FMGT Fachtagung 2017

Der Fachverband für Mal- und Gestaltungstherapie (fMGT) lud herzlich zu seiner Fachtagung 2017 ein. Die Tagung fand am 11. und 12. November 2017 im Europahaus Wien statt.

„Das Material als therapeutischer Wirkfaktor“

Damit fokussierten wir uns auf ein Thema, das das Spezifische der Kunst-, Mal- und Gestaltungstherapie ausmacht. Durch den methodisch gezielten Einsatz unterschiedlichster Materialien innerhalb der therapeutischen Triade unterschieden wir uns von allen anderen (psycho-)therapeutischen Therapieformen.

In vielfältigen Workshops und Vorträgen wurden unterschiedliche Aspekte dieses Themas behandelt.

Seit unserer ersten Fachtagung, die bereits mehr als zehn Jahre zurücklag, hatten wir es uns zur Gewohnheit gemacht, zahlreiche Referent*innen aus dem In- und Ausland einzuladen. Von Beginn an waren unsere Fachtagungen schulübergreifend ausgerichtet.

Diesen Geist der Offenheit gegenüber allen Schulen der Kunsttherapie und den benachbarten Berufsfeldern wollten wir auch bei dieser Fachtagung beibehalten.

Diese offene Haltung wurde seit Jahren insbesondere von unseren internationalen Gästen gewürdigt. Immer wieder erhielten wir die Rückmeldung, dass sie den „Wiener Geist der Toleranz und Offenheit“, wie sie ihn im fMGT erlebten, besonders schätzten.

Ebenso wurde der Einsatz unserer Mitarbeiter*innen besonders gewürdigt, die diese Tagung größtenteils ehrenamtlich organisierten. Nur dadurch war es überhaupt möglich, unseren Mitgliedern ein solches jährliches Ereignis anzubieten.

Wir konnten daher mit Recht stolz auf das sein, was uns immer wieder gelang.

Manche krankheitsbedingten Ausfälle innerhalb des fMGT-Vorstandes machten jedoch auch deutlich, dass es keine Selbstverständlichkeit war, diesen Arbeitsaufwand dauerhaft zu bewältigen. Dass wir neben der Organisation der Fachtagung auch noch zweimal jährlich unsere Fachzeitschrift *gestaltungsprozesse herausgeben konnten, grenzte beinahe an ein kleines Wunder.

Typisch für unsere Methode war, dass therapeutische Bilder und Objekte auch zu einem späteren Zeitpunkt nochmals betrachtet und besprochen werden konnten. Sie waren nicht so vergänglich wie Worte, Bewegungen, Klänge oder andere Ausdrucksformen. Dennoch waren auch Materialien der Vergänglichkeit unterworfen.

Bilder vergilbten, Skulpturen konnten zerbrechen, und manches wurde vergessen oder ging verloren.

Ebenso veränderten sich die Strukturen unseres Vorstandes. Mitglieder schieden aus, weil sie andere Aufgaben im Leben übernahmen, oder sie konnten diese Funktion aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben.

Zu einem lebendigen Organismus gehörte auch dieses Gleichgewicht zwischen Werden und Vergänglichkeit. Der fMGT-Vorstand pflegte zudem eine Offenheit nach innen. Wir freuten uns über die Teilnahme unserer Mitglieder an der Tagung, über ihren Besuch der jährlichen Generalversammlung sowie über ihre Bereitschaft, Aufgaben innerhalb des Vorstandes zu übernehmen. So blieb alles in einem lebendigen Fluss.