Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Möglichkeiten der Verknüpfung von Mal- und
Gestaltungstherapie (MGT) mit gartentherapeutischen Methoden im psychiatrischen
Akutbereich. Im Fokus steht die Frage, wie kreative und naturbezogene Interventionen zur
Stabilisierung und Ressourcenaktivierung bei Menschen mit schweren psychischen
Erkrankungen beitragen können. Das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von zehn
Monaten und wurde im Rahmen eines Praktikums in einer psychiatrischen Klinik
durchgeführt. Es fanden wöchentlich Therapiesitzungen im Setting von Einzel- und
Gruppentherapien statt. Die praktische Umsetzung erfolgte unter stark strukturellen
Einschränkungen – unter anderem fehlte ein eigener Kunstraum –, was kreative Lösungen
erforderte. Der gartentherapeutische Bereich, insbesondere ein wohnzimmerähnlicher
Raum („Pflanzerei“) sowie der große Klinikgarten, bildeten den zentralen Ausgangspunkt
der Einheiten.
Dokumentiert wurden ausgewählte therapeutische Prozesse anhand von Feldnotizen,
Fotoprotokollen und teilnehmender Beobachtung. Es wurde exemplarisch ein Patient
näher beschrieben. Die Auswahl des beschriebenen Falls stellt lediglich einen kleinen
Ausschnitt aus der Gesamtzahl der betreuten Patient:innen dar. Ziel war es, symbolische
Handlungen und gestalterische Prozesse sichtbar zu machen und in Hinblick auf ihre
therapeutische Wirksamkeit zu reflektieren.
Die Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial von Mal- und Gestaltungstherapie für einen
ressourcen- und prozessorientierten Zugang im psychiatrischen Kontext. Durch die
sinnliche Qualität der eingesetzten Materialien und die naturnahe Umgebung konnte
sowohl nonverbale Kommunikation als auch Selbstwirksamkeit gefördert werden.
Schlagwörter: Gartentherapie, Achtsamkeit in der Natur, Gruppensetting, Psychiatrie,
Naturmaterialien, Erwachsene